Landesweite Infotagung für Syringomyelie- und Chiari-Patienten

in den Räumen der UNIVERSA Versicherung Nürnberg

am 30.4.2016

Vortrag von Herrn Dr. P. Frommelt aus Berlin mit dem Thema

Syringomyelie – Aus der Perspektive einer personenzentrierten Medizin

Aus seiner Erfahrung als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie berichtete Herr Dr. Frommelt, dass eine personenzentrierte Medizin für die Behandlung eines Patienten mit Syringomyelie wichtig ist. Ein Arzt sollte den Patienten nicht nur aus der Sicht der MRT-Aufnahme sehen und beurteilen, sondern den ganzen Patienten sehen: Seine gesundheitliche Verfassung, sein soziales Umfeld, seinen Gemütszustand. Denn die Symptome allein sagen nichts über den Leidensweg des Erkrankten aus. Er sprach auch über den Schmerz, der eine persönliche Erfahrung ist. Niemand – auch kein Arzt – kann diesen Schmerz messen.

Laut Herrn Dr. Frommelt, sollte ein Arzt einer Sach- und Menschenkenntnis, Empathie und Verständnis gleichermaßen einen hohen Stellenwert beimessen. Er sollte über seine Berufsgrenzen hinweg mit Kollegen zusammen arbeiten und somit sich mehr Wissen über diese seltene Erkrankung aneignen.

Bei seinem Versuch eine Wegweisung für diese Erkrankung aufzuzeigen, erklärte Herr Dr. Frommelt, man solle die Symptome annehmen und versuchen, mit ihnen zu leben. Katastrophierendes Denken bringt einen nicht weiter. Negative Gedanken wirken sich auf die Psyche und somit auf das Rückenmark aus.

Den Schmerz sollte man mit der Einstellung annehmen, jetzt bist du da, aber es gibt einen (Aus)weg für mich. Heute ist bewiesen, dass körperliche Aktivität ein Weg ist, Schmerzen zu reduzieren. Wir sollen uns bewegen und gehen, gehen, gehen.

Mit dem Vorurteil, man hat´s an der Klappse, weil man sich Hilfe bei einem Psychiater holen möchte, räumte er auf. Zur Wiedererlangung einer Lebensfreude kann auch dieser Weg hilfreich sein.

Eine erstaunliche Geschichte ist auch, wie der Körper mit der Syringomyelie umgeht. Die Nervenstränge im Rückenmark zeigen eine erstaunliche Fähigkeit zu lernen, wenn sie aus der Kontrolle des Gehirns entlassen werden. Derzeit steht zur Diskussion, ob es eine Trennung zwischen einer Syringomyelie und einer Hydromyelie gibt.

Eine weitere wichtige Botschaft von Herrn Dr. Frommelt für chronisch Erkrankte war: Selbsthilfegruppen sind eine „Gesundheitsförderung pur“. Der Austausch der Erkrankten in der Selbsthilfegruppe ist durch nichts zu ersetzen. Die Pflege von sozialen Kontakten und ein positives Umfeld fördern die positive Lebenseinstellung.

Wie ich Herrn Dr. Frommelt verstanden habe, wollte er uns zeigen, dass Körper – Seele – Geist eine Einheit sind.

Deshalb sollten wir versuchen, seine Ratschläge in die Tat umzusetzen.

Ich wünsche uns allen viel Erfolg dabei.

Brigitte