Der 10. Bayerische Selbsthilfekongress mit dem Thema Selbsthilfe in Bewegung – auf dem Weg zu mehr Gesundheit fand am 30. Oktober in Würzburg statt.


Mehrere Workshops zur Selbsthilfe - beispielsweise zu Bewegung, Inklusion, Meditatives Tanzen oder ohne Moos nix los? - wurden angeboten. Das Thema "Gesunder Schlaf" war in diesem Jahr Kernpunkt dieser Tagung. An dem Thema "Gesunder Schlaf" waren Hannelore und ich interessiert.

Frau Theresa Keidel von der SEKO Bayern und die Bürgermeisterin der Stadt Würzburg, Frau Marion Schäfer-Blake begrüßten ihre Gäste. Als erster Referent berichtete Prof. Christopher Kofahl von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorft über die Entwicklungen, Wirkungen, Perspektiven und die Ergebnisse seiner Studien zur gesundheitsbezogenen Selbsthife in Deutschland. Und schon wurde das Thema "Ist die Selbsthilfe in der Gesellschaft angekommen" in einer offenen Talkrunde von 6 verschiedenen Referenten dargestellt und heftig diskutiert. Das selbsterklärte Ziel, die Hilfestellung und Stärkung der etwa 11 000 Selbsthilfegruppen und 500 000 Gruppenmitglieder in ganz Bayen wurde erreicht.

Nach der Mittagspause begann unser Workshop" Gesunder Schlaf": Bereits bei Heine hieß es: "Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung" so begann der HNO-Arzt Bernhard Roth aus Würzburg sein Referat. Schlafapnoe-Syndrom, Atem- sowie Bewegungsstörungen – die Beine zappeln im Schlaf – können Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck begünstigen. Bei diesen Schlafstörungen muß ein Arzt konsultiert werden.

Uns interessierten jedoch die meisten Schlafstörungen, wie sie jeder kennen dürfte: Die Ein- und Durchschlafstörungen. Praktisch jedermann ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Kurzzeitige Schlafstörungen seien völlig normal. Wenn der Zustand aber chronisch wird, ist wieder der Arzt gefragt. Die Einnahme von Medikamenten muss immer intensiv ärztlich begleitet werden. Desweiteren sind die Behandlungsformen sehr individuell, so der Schlafexperte. Schlaf ist kein homogener Prozess. Wir haben den Rem-Schlaf, das ist unser Traumschlaf, Leichtschlaf, Tiefschlaf. Im Tiefschlaf erschlaffen die Muskeln, jedoch das Gedächtnis ist aktiv. Ursächlich für Schlafstörungen können seelische Belastungen, Totesfälle, akute Schmerzen, aber auch chronische Schmerzen sein. Unter Hypersomnien versteht man zentralnervöse Störungen. Meine Frage, ob eine Syringomyelie auch diese zentralnervösen Störungen hervorrufen können wurde so beantwortet: Eine zentralnervöse Störung entsteht im Kopf. Das zeigt uns wieder einmal, wie speziell unsere Rückenmarkserkrankung ist.

Der Schlaf ist für den Menschen, wie das Aufziehen einer Uhr: So begann Frau Sonja Stipanitz vom Bayer. Apothekerverband e.V. ihr Referat. Unsere Schlafdauer ist individuell abhängig. In der Regel braucht der ältere Mensch 6-8 Stunden Schlaf, der Tiefschlaf nimmt ab und wir wachen öfters auf. Das sei völlig normal, also kein Grund zur Sorge. Zu einem gesunden Schlaf gehört eine Schlafhygiene: kühler und abgedunkelter Raum, regelmäßiges Verhalten, d.h. auch am Wochenende feste Rituale wie lesen, entspannen etc., Lärmquellen abstellen. Aromatherapie mit reinen Lavendel- oder Bitterorangenölen sollten uns in angenehme Gefühlswelten versetzen. Ansonsten empfahl Frau Stipanitz pflanzliche Arzneimittel. Aconitum D12 gegen Albträume, Coffea D12 für Streß, für Durchschlafstörungen Nux vomica D12, bei Depression Cimicifuga D12, bei Trauer Ignatia D12. Auf jeden Fall ist auch hier eine Beratung durch den Apotheker nötig, denn jeder Mensch reagiert individuell. Pflanzliche Tropfen von Lavendel, Passionsblume, Hopfen, Melisse, Baldrian sorgen für eine sedative Wirkung und stören unseren Schlafverlauf nicht.

Schlaf, Schlaf, Schlaf, wir waren schon ganz schläfrig. Da war das Abschlußständchen "Der Weg" vom Kreuzbund Projektgruppe Würzburg, bei dem Hannelore und ich kräftig mitsingen durften, gerade recht.

Zum Abschluß bedankten wir uns für die vielfältigen Informationsmöglichkeiten und für die hervorragende Organisation des 10. Bayer. Selbsthilfekongresses.

Brigitte